Jan 15 2010

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Kontemplation

Abgelegt unter Allgemein

Elstern im Schnee - Federn weiß, schwarz und metallischblau

Weißer Schnee, schwarze Teerstraße, Kontraste

Schwarz ist salzig, weiß ist süß, oder umgekehrt?

Nebel umwogt alte Bäume, verwischt Konturen.

Schwarze Madonna, weißes Gewand, Sterne glitzern

Sonnenfinsternis, Kumbh Mela am Ganges, Pilger drängen

Rabenfrau fliegt, verschluckt die Saat

Helle Eier im dunklen Nest, Federn und Fell weich

Krähenmutter und Hundegott tanzen den Neubeginn.

coyote-und-rabe.jpg



Comments Off

Jan 09 2010

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Schnee!

Abgelegt unter Allgemein

Es schneit, und so wie’s aussieht, kommt da noch mehr Schnee heute. Schön!

Frau Holle schüttelt ihre Kissen, sagte man früher den Kindern. Es gibt viele Wintermärchen, Geschichten von einsamen Wanderern in tief verschneiten Wäldern, denen wundersame Wesen begegnen - oft entpuppt sich die grätzige Alte, die den Helden herumkommandiert, als hilfreiche Fee, wenn er denn ihren Wünschen entsprochen hat.

Ich wünsche allen Autofahrern, Piloten und Kapitänen, dass sie gut mit dem Wetter klarkommen! Und allen, die nicht raus müssen, ein hoffentlich gemütliches Wochenende…!

foxandtomten4.jpg

Comments Off

Jan 06 2010

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Holle-Fest und die heilige Trinität von Großmutter, Wolf und Mond

Abgelegt unter Allgemein

Es ging verdammt schnell, die Rauhnächte sind nun um - heute feiern wir das Holle-Fest, Ausräuchern ist angesagt, Orakeln und der hoffnungsvolle Blick in das Neue Jahr. In Italien fliegt heute die Hexe Befana durch den Schornstein und beschenkt die kleinen Kinder. (Recht hat sie, erst heute zu kommen, da haben gewisse beleibte, bärtige Männer schon den Kamin für sie mittels Durchrutschen gekehrt! Muss eine weise Kollegin sein!)

In meinem Kalender steht “Heilige Drei Könige”, in manchen Bundesländern ist das ein Feiertag. Nun waren es nicht drei Könige, sondern drei Magier, aber auch eine Trinität, der ich eben eine Kerze rausgestellt habe. Sollen sie auch zu uns kommen mit Weihrauch, Zaubern und Geschenken! Herzlich willkommen an meinem Herdfeuer, die Suppe ist gleich fertig!

Ich bräuchte viel mehr Zeit für Kontemplation, Trommelreisen und Innenschau. Aber nun geht er wieder los, der Tanz im Hamsterrad, die Erledigung täglicher Geschäfte, Arbeitsabläufe, das Einhalten von Terminen und Deadlines (warum die wohl so heißen? Totlinien? Vermutlich, weil man sich geistig totläuft, wenn man versucht, sie alle einzuhalten!). Kurzum: die Sekundärwelt hat mich wieder, sicherlich nicht freiwillig.

thumbwolfsmilk.jpg(Wolfsmilk Udegan by Carolyn Hillyer)

Zurückgekehrt zum täglichen Gebet (ohne besondere Form oder Struktur, wann und wo immer ich mich danach fühle, tu ich’s), wird mir die heilige Trinität von Großmutter, Mond und Wolf in meinem Leben bewusst. In meinen Träumen sind sie eins. Oft sehe ich eine alte Frau mit langen, zu einem losen Zopf geflochtenen Haaren, in eine weiche Decke gehüllt, am Rand eines Canyons stehen und hinabschauen. Ihre Haare glänzen silbern im Licht des Vollmonds. Neben ihr wartet ein Wolf (manchmal auch ein Coyote). Sie ist ein wiederkehrendes Traum-/Primärweltbild, und ich möchte sie malen, den Zauber des Augenblicks festhalten, denn irgendwann stehe ich neben ihr und sie schaut mich aus eisblauen Augen an und nimmt meine Hand. Dann wache ich auf…

Ich treffe sie - bezogen auf Landschaft und Kleidung - in Nordschweden, in Alaska, in British Columbia, im Dartmoor, in der Bretagne und auf den Äußeren Hebriden.

thumbochre.jpg (Red Ochre Udegan by Carolyn Hillyer)

Wir sind verwandt, sie und ich und der Wolf.

Letzte Nacht sah ich sie wieder. Der Wolf war diesmal eindeutig eine „sie”, alt, hängerückig, mit schwerem Gesäuge, aus dem Milch in den Schnee tropfte. Diesmal hat die Großmutter mir ein Bündel geschenkt - weiches Leder, das nach Rauch duftet, umhüllt einen bestickten Beutel aus Bärenfell, die Pelzseite ist innen. Was darin ist, darf ich bislang nur mit den Fingern ertasten, befühlen, noch nicht ansehen.

thumbashes.jpg(Wise Ashes Udegan by Carolyn Hillyer)

Das Gesicht meiner Großmutter finde ich überall. Mal ist sie vogelartig, wie die Schwarze Madonna von Rocamadour/Frankreich.

rocamadour2.jpg

Mal sieht sie weich und rund aus, ein Gesicht wie der Mond…

grandma.jpg

Sie spiegelt sich in den Augen meiner Hunde, ich höre sie im Murmeln des Baches. Die Wind- und die Wasserleute erzählen von ihr.

Immer ist eins gewiss - wir gehören zusammen, und ich fühle ihren Schutz, Tag und Nacht. Egal wo ich bin und was ich gerade mache, ich muss nur an sie denken, und schon ist sie da. Sie ist Oh-Ma-Kiay, die Mutter der Zeit. Sie duftet nach Waldbeeren, nach Salbei- und Wacholderrauch, und ihre Stimme ist warm und weich, wie dunkler Honig. Ihre faltigen Hände berühren meine Schultern, und ich spüre die Kraft und die Macht, die durch sie läuft wie Wasser durch ein Flussbett. Sie ist die beste Geschichtenerzählerin, und wenn sie singt, lauschen die Vögel. Wölfe, Hunde und Katzen kuscheln sich vertrauensvoll in ihre Rockfalten, eine Krähe schmiegt sich an ihr Gesicht, schwarzer Flügel vor grauem Haar.

mondwolf.jpg

Ich habe Zeit. Irgendwann werde ich die Schätze bergen dürfen. Irgendwann zeigt mir die Wölfin ihre Welpen. Irgendwann werden die Großmutter und ich Hand in Hand zurückgehen in den Wald, aus dem wir kamen. Bis dahin flüstere ich ihren Namen zum Mond hinauf und singe unsere Lieder. Ich weiß, sie kann mich hören, immer.

Comments Off

Dez 31 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Gute Zeit-Reise!

Abgelegt unter Allgemein

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Euch einen schönen Übergang (besser als ein “guter Rutsch”, oder? Wer will schon auf diesen Straßen rutschen? Ich finde zudem bewusstes Gehen viel besser als wirres Gerutsche!) und eine wunderbare Zeit-Reise ins Neue Jahr 2010!

Außerdem haben wir ein besonderes Silvester - mit einem “blauen” Vollmond… (Ein “blauer” Mond ist der zweite Vollmond im selben Monat, heute ist der zweite Vollmond in diesem Dezember.) Und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen verfinstert sich Frau Luna heute abend auch noch!

Die “Nürnberger Nachrichten” informieren über besondere Himmelsereignisse heute nacht:

“Zu Silvester in der Vollmondnacht tritt der Mond teilweise in den Kernschatten der Erde, es kommt zu einer partiellen Mondfinsternis, die in den Abendstunden von ganz Mitteleuropa aus zu beobachten ist.
Allerdings ist diese Mondfinsternis nicht besonders auffällig, denn zum Höhepunkt um 20.23 Uhr stehen nur acht Prozent des scheinbaren Mondscheibendurchmessers im Kernschatten der Erde. Die Finsternis wird sichtbar mit Eintritt in den Kernschatten um 19.52 Uhr. Der Austritt erfolgt um 20.54 Uhr.

moonraven1.jpg

Nun ist ein Jahr-Zehnt mit der 2 davor statt der 1 schon rum. Ich erinnere mich noch an die Ängste sämtlicher Computerleute vor dem Jahr 2000 und dass dann alle Daten weg sein könnten… waren sie nicht, aber wie in vielen Fällen hat das Ganze uns Grenzen gezeigt. Ein Computer ist immer nur so gut wie der Mensch, der ihn bedient.

Zeit ist relativ, und bin der Überzeugung, sie verläuft nicht linear, sondern spiralförmig. Kann sein, ich liege da wissenschaftlich falsch, aber schamanisch richtig…

ancestor-spiral.jpg

Tiere empfinden Zeit anders als wir - sie leben nicht inmitten von Terminplänen nach Uhren, die die Zeit verticken. In der Hundesprache gibt es kein “Morgen”, das Futur kommt nicht vor. Daher sind Hunde so traurig, wenn wir sie allein lassen, denn das von uns versprochene “wir kommen gleich wieder” verstehen sie nicht. Wann ist gleich? Wie lange muss ich warten?

Zeitqualität ist mir wichtig. Rumgammeln, wenn ich das will, ist schön - Zeit absitzen nicht. Deswegen geh’ ich so ungern zum Arzt. Zeit ist, schamanisch gedacht, sowohl ein Schutzschild als auch eine Waffe, ein Instrument, dessen wir uns bedienen können. Mögen wir alle in der Lage sein, sie für uns sinnvoll einzusetzen!

Ich wünsche uns allen ein wunderschönes, gesundes, von Fülle und Zufriedenheit gesegnetes Neues Jahr - mögen die Götter Euch und uns erfüllen, was wir uns wünschen!

Comments Off

Dez 30 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Kraft-Tiere

Abgelegt unter Allgemein

… auch so ein New-Age-Blödsinn, in den meisten Fällen zumindest. Nicht nur, dass es in gewissen Kreisen ein „Muss” ist, ein solches Tier zu haben, nachdem man es in einer - meist teuer bezahlten - Art von geführter Meditation gefunden hat. Nein, es muss auch was Vorzeigbares sein, also ein Bär, Wolf, Adler, Hirsch oder Tiger. Kröte, Ratte, Maikäfer und Küchenschabe haben hier ganz schlechte Karten…

Sehr oft sind die Krafttiersucher Menschen, die in ihrem Alltagsleben nichts mit Tieren zu tun haben. Sie wohnen in der Stadt, arbeiten im Büro, holen ihr Essen aus der Mikrowelle und fühlen sich schon sehr naturverbunden und wild, wenn sie in der Mittagspause durch den Park schlendern. Sich dann noch mit einem Delphin oder Wolf als esoterischem Kuscheltier zu schmücken, das ist schon schick! Oder?

Wer sich wirklich mit der Natur verbündet, muss m.E. darüber nicht groß rumtönen und braucht auch kein offiziell bekanntes, repräsentatives Krafttier, das nur als Aushängeschild die persönliche Wichtigkeit unterstreichen soll (was aber hervorragend in die gegenwärtige Ich-Ich-ICH-Gesellschaft passt).

crow-altar.jpg

Ich arbeite mal mit diesem, mal mit jenem Tier als Geisthelfer, und ansonsten lebe ich mit echten, lebendigen Tieren zusammen im Haus und draußen, jeden Tag, 24 Stunden. Aber ich muss mich ja auch nicht zur selbst ernannten Priesterin oder Schamanin deklarieren… (beide gibt es eigentlich nur in Gemeinschaften, in denen ihre Dienste auch gebraucht werden - wer heutzutage wirklich und ernsthaft Schamane werden will, gehe doch bitte in die Mongolei und lerne dort, ein Wochenend-Seminar mit Schamanen-Diplom hilft nicht! Und Priesterin einer Göttin oder eines Gottes zu sein, ist eine Lebensaufgabe, die „nebenher” weder einen 40-Stunden-Woche-Bürojob noch die Erziehung eigener Kinder zulässt - mal ganz abgesehen davon, dass diese Art von Priesterinnentum, “Nebel von Avalon” lässt grüßen, in unserer Gesellschaft weder begrüßt noch unterstützt oder benötigt wird, leider!).

Um seine persönlichen “Krafttiere” zu finden, muss man m.E. keine teuren Seminare besuchen - zur Ruhe zu kommen an einem stillen Platz in der Natur, sich auf die Tiere einlassen (auf ALLE,  je nach Jahreszeit auch die Ameisen und Schnecken im Gras, die Wespen und die Stechmücken!) und dann schauen, zuhören, nachspüren: zu welchem Tier fühle ich mich hingezogen? Wie ist es umgekehrt, zeigt sich mir dieses Tier in meinem Leben? (Wenn Du nicht gerade im Zoo arbeitest, scheiden hier naturgemäß Wolf, Bär, Tiger, Elefant und Python aus!) Mit welchem Tier möchte ich gern zusammensein, wenn ich es mir aussuchen kann? Welche gibt es überhaupt hier in meiner Gegend?

robin1.jpg

Es muss nicht unbedingt was ganz Wildes sein. Ich kenne einen Biobauern, dessen Krafttier ist die Kuh! Er hat es selbst rausgefunden, lebt im Allgäu sehr glücklich mit seiner Menschen- und Tierfamilie, bringt seine Rinder jeden Tag raus auf die Wiese, alle haben Namen und ihr Besitzer eine sehr persönliche Beziehung zu jedem einzelnen Tier.  Wer genauer hinschaut, sieht, dass er einen Kalbszahn in Silber gefasst um den Hals trägt - mehr nicht, und mehr ist auch nicht notwendig.

Also - jetzt sind die Rauhnächte und es sollte leichter fallen, mit der anderen Seite in Kontakt zu kommen! Viel Spaß beim Fühlen, Entdecken, Finden und Kennenlernen! Und - hey, gebt dem Eisvogel ‘ne Chance, er kann mehr als Biermarken-Werbeträger sein!

Comments Off

Dez 29 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Mei, wos’ ned all’ gibd!

Abgelegt unter Allgemein


Dass auf dem Esoterik- und New-Age-Markt eine Menge Schwachsinn für eine Menge Geld angeboten wird, ist ja nix Neues. Trotzdem amüsiert mich oft die Aussage, die dahinter steckt und ist wie das Google-Übersetzerprogramm immer wieder einen Lachanfall wert…

1133-300x800-shamanmask1.jpg

„Keltisches Kartenlegen” zum Beispiel. Aha. Gehen wir mal davon aus, dass es stimmt, dass die Symbole für die Tarotkarten aus der leider abgefackelten Bibliothek von Alexandria stammen und von den Zigeunern zu Beginn des 14. Jahrhunderts (NACH Christus, wohlbemerkt) auf ihren Reisen nach Europa gebracht wurden. Am Haus der Medici erreichte der Tarot regelrecht Berühmtheit, Kopien der Karten (Visconti Tarocchi) kann man heute im gut sortierten Fachhandel kaufen.

Ich frage mich einfach nur, wo denn die Kelten a) das Papier und b) die Tarotsymbole herhatten? Aber, nix is unmöglich, denn wie mein lieber Mann neulich feststellte, hatten die ja sogar schon Computer - die Chatten!

Horoskope hatten sie ja angeblich auch, die Germanen und Kelten. Vielleicht waren die Druidentreffen im Karnutenwald ja sogar entsprechend vorsortiert? Ich stelle mir gerade ein Hinweisschild an einer Eiche vor: „Alle im Mond des Einhorns geborenen bitte hier entlang…”

13treecalander.gif

Der Baumkalender wird hier viel zitiert - und enthält so urkeltische Pflanzen wie den Olivenbaum und die Feige. Aha. Nunja, sie sind ja rumgekommen in der Welt! Im Internet findet der Sucher das keltische Horoskop direkt neben dem Indianischen. Hier irrt sich Bleichgesicht Biberzahn aber nicht nur im Kontinent!

Hat den ganzen Deutungssüchtigen eigentlich mal jemand erzählt, dass Germanen, Kelten und Indianer in Stämmen gelebt haben (letztere tun das ja noch), und dass es da ganz unterschiedliche Denk- und Glaubensinhalte gibt und gab? Dem einen sin Uhl…

Ich wette, die indianischen Sternzeichen, die’s auf dem Weihnachtsmarkt dann auch gleich als Kettenanhänger in Silber zu kaufen gibt, würden so manchem Lakota von heute die Lachtränchen in die Augen treiben…

So z.B. das „indianische Sternzeichen Specht” (meine Kommentare dazu in Klammern):

“In allen Tierkreiszeichen der indianischen Kultur erkennt man die Genauigkeit der Zuordnung. (Eine sehr deutliche Aussage, wow!)

Beim Specht ist dieses sehr ausgeprägt zu erkennen. (Sag’s mit „Badesalz”: „Och jo!”)

Der Specht als Tier ist ein buntgefiederter Vogel, den man, bevor man ihn sieht, aus weiter Entfernung schon hören kann. Er hat einen sogenannten Nestbautrieb, (halt, stopp, welcher Vogel hat den NICHT?) der im Tierreich wie bei uns Menschen seines gleichen sucht. (Ich will ein Baumhaus! Sackzifix, hört mich denn keiner, ICH WILL EIN BAUMHAUS!!!) Dieser Trieb gepaart mit seiner Sorge um Familie und Freunde sowie Arbeitskollegen ist die größte Charaktereigenschaft eines Spechtgeborenen. (MOOOmentemal… meine „größte” (in m oder cm?) Charaktereigenschaft sind NestbauTRIEB und die Sorge um Familie, Freunde und Arbeitskollegen?) Das Verhalten eines Specht-Menschen wird durch seine aktuelle Tagesform oder seine Gefühls- bzw. Gemütslage bestimmt. (Aha. Nix ist mit Sorge um Arbeitskollegen - heute bin ich territorial! Gehen Sie sofort da runter, das ist MEIN Baum!) Sie sind sensibel und einfühlsam. Wichtig ist, dass Spechtgeborene eine Aufgabe finden, die sie ausfüllt. Alle Tätigkeiten, die für den Spechtmann bzw. Spechtfrau einen Sinn ergeben, werden immer zuverlässig und engagiert erledigt. (Anmerkung: Bei wem bitte ist das denn NICHT so?) Er ist ein Familienmensch, der die Familie & die Kinder immer pflegt und hegt und diese aufopfernd lieben wird. (Oh-oh, ich bin ein kinderloser Specht, aufgepasst im Wald, jetzt geht’s rund…) Seinen Partner will der Specht für sich alleine! Spiele in der Partnerschaft oder Untreue sind ihm ein Graus. Wenn man dieses alles berücksichtigt, kann man sich aber sicher sein, dass der Spechtgeborene einen selbst auf Händen trägt.” (So, man kann sich sicher sein? Da hat der Autor dieser Zeilen aber nicht mit der inneren Spechtigkeit gerechnet… har, har.)

Schade, dass Archie Fire Lame Deer nicht mehr lebt. Sein ansteckendes Lachen zu dieser Thematik hätte ich zu gern gehört… das gebietet mir schon meine Spechtigkeit!

Was man im Fall der Kelten- und Germanen-Astrologie nicht beweisen kann, lässt sich in der Fantasie trefflich ausbauen.

So heißt es u.a. auf der Webseite von „Tempus Itineris”:

„Menschen, deren Geburtstag zwischen dem 2. und dem 24. Juli liegt, sind im keltischen Zeichen Ser Kai (der Hundsstern bzw. Sirius) geboren.

Für die Kelten signalisierte der Zeitpunkt, wenn der Hundsstern gemeinsam mit der Sonne aufgeht, die wärmsten Wochen des Jahres. Eine alte Weisheit aus dieser Zeit lautet daher auch: ‘Sind die Hundstage warm und klar, wird es ein glückliches Jahr’. Obwohl Ser Kai-Geborene manchmal nach außen hin kühl und reserviert wirken, haben sie immer die Wärme des Sommers in ihrem Herzen.”

Nun gehört ja der Sirius in Kombination mit den Hundstagen nach Ägypten, wo die jährliche Nilüberschwemmung, die das Land fruchtbar machte, mit dem Aufgang des Sirius verknüpft war. Upsa, schon wieder ein ganz falsches Land… und was ist denn „Ser Kai” für eine Sprache? Nordwestatlantisch? Na egal, Hauptsache „mythenblödologisch”!

Die Wetterweisheit ist auch - interessant… Kräht der Hahn auf dem Mist, dann ändert sich’s Wetter, oder’s bleibt, wie’s ist!

Passend zu all dem gibt’s dann auch ein ägyptisches Horoskop, das praktischerweise aus 12 Zeichen besteht, wir müssen unser System also weder verlassen noch umrechnen. Darin ist denn auch plötzlich die Göttin Hathor (die mit den Kuh-Hörnern) eine Schlange… alles klar!

Anscheinend hungern die Menschen sehr nach „alten Weisheiten”, Segenssprüchen und guten Prophezeiungen und kümmern sich wenig oder gar nicht um die Quellen dieser leider oft zweifelhaften Aussagen.

Ein bisschen archaisches Brimborium, gepaart mit hübschen Bildchen und etwas Glitzer, und fertig ist die Zukunftsdeutung, wahlweise indianisch, keltisch, ägyptisch oder römisch. Oder man geht gleich zu einem - zumeist leider selbsternannten - Medium, das dann mal kurz in der Akasha-Chronik blättert oder einen Erzengel direkt channelt… hoffentlich ist grad nicht die Leitung nach oben besetzt, dann dauerts länger und wird teurer…

Ich erfinde jetzt ein Sekundärwelt-Tarot. Sie haben Geldprobleme? Oh ja, ich seh’s schon - 5 der Visacards verkehrt herum, das deutet auf weitreichende finanzielle Schwierigkeiten…. Sie haben Angst, dass Ihre Frau herausfindet, dass Sie eine Geliebte haben? Na, schau’n mer ma… Oha, ja, 9 der Viagra, das ist ja ganz klar. Geht glatt, Ihre Frau ahnt nichts, haben Sie nur weiterhin viel Spaß!

Sie möchten Bürgermeister werden? Ich sehe mir Ihre Chancen gerade an: wow, fünf der gelben Urnen, herzlichen Glückwunsch! Ach, gelb ist gar nicht Ihre Farbe? Oh-oh…!

Götter enthält mein Sekundärwelt-Orakel natürlich auch, das gehört sich ja so. Vorstand des Pantheons ist das Götter-Ehepaar Mammon und Dollares, zu besänftigen mit harter Währung oder direkt online mit Paypal. Dann darf der Gott Audi-Torius nicht fehlen - zuständig für viel zu schnelle Fortbewegung, Rücksichtslosigkeit - äh, pardon, Durchsetzungsfähigkeit im Verkehr und die Verdrehung von Tatsachen. Er hat „Angel-Eyes”, die aber alles andere als lieb und himmlisch gucken. Seine Partnerin ist Media-Mania, die Göttin der völlig unnötigen Kommunikation auf allen Ebenen. Opfert ihr Bits, Bytes und die Geheimcodes Eurer Kreditkarten im Internet, und schon ist sie Euch zugeneigt! Dafür erfahrt Ihr dann auch, wenn in China ein Reissack umfällt und was das Starlet Zuckerschnucki Superblond neulich zu ihrem Manager sagte, als… (okay, Ihr merkt schon, das wirklich Wichtige erfahrt Ihr von dieser Göttin nicht!). Seid aber trotzdem nett zu ihr, denn Media-Mania hat die Finger auf Euren sämtlichen virtuellen Welten…!

Ich bin nicht gegen Wahrsage-Hotlines oder Rührfix-Orakel - ich finde nur, man sollte das Ganze nicht ohne Beteiligung des inneren Gefühls, der eigenen Wahrheits-Richtschnur angehen. Fühlt sich gut an? Na, dann los! Irgendwas ist seltsam? Finger weg! Ist doch eigentlich ganz einfach…

wildejagd2.jpg

Comments Off

Dez 25 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Frohe Festtage und schöne Rauhnächte

Abgelegt unter Allgemein

…wünsche ich Euch, liebe Leserinnen und Leser! Mögen die Götter Euch schicken, was Ihr wirklich braucht, sei es Gesundheit, Liebe, Freundschaft, Frieden, Besinnlichkeit, Ruhe, Gemeinschaft, Alleinsein, Sorgenfreiheit, Segen, Heilung, Berührung…

Alles Liebe, Schöne und Gute

Eure Luna

folder.gif

beiwe.jpg

Comments Off

Dez 22 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Dogmatisches

Abgelegt unter Allgemein


Unter heutigen „Heiden” geht es oft dogmatischer zu als in der christlichen Kirche, ist Euch das mal aufgefallen? Da will der Wicca-Priester auf keinen Fall mit dem Asatru-Godhi an einem Feuer sitzen, und es gibt Treffen wie das PEWC (Pan-European Wiccan Gathering), da kommt die normalsterbliche Hex’ ohne nachweisbare „Lineage” und einen persönlichen Bürgen nicht mal bis zum wärmenden Feuer. Was, Du bist nicht dreifach weichgekocht im Namen der Großen XY und niemand kennt den Tünnes, der Dich eingeweiht hat? Du trägst kein Fünftgradpentakel? RAUS! ABER SCHNELL! Wer jemand ist, was sie/er kann, interessiert nicht. Das ist wie im richtigen Leben, nur die richtige Visitenkarte öffnet die richtigen Türen - oder ein Haufen Geld, oder beides. (Immerhin war Winston Churchill, während er fleißig am 3. Weltkrieg bastelte, nachdem der zweite grad vorbei war, langjähriges Mitglied eines heute noch bestehenden, großen britischen Druidenordens!)

Ich werde in Heidenkreisen oft schräg angeschaut, weil ich gern in katholische Kirchen gehe und der Maria, für mich eine Form der Göttin, (und uns beiden wurschtegal ist, ob ich sie nun Maria, Isis, Holle oder Ogomungungma nenne) eine Kerze anzünde. Nein, liebe Fanatixe, das heißt nicht, dass ich die Kirche unterstütze oder ihrem Missionieren in aller Welt zustimme.

„Willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag’ ich Dir den Schädel ein” - leider auch unter so genannten „Freifliegenden” eine ernsthafte Barriere im Kopf, gegen die so mancher Ahnungslose prallt. So frei, wie er sein will, ist meist weder der Flug noch der Flieger.

Die Hackordnung im modernen Heidentum erinnert mich ganz deutlich an Omas Hühnerhof. Wann ist eine Priesterin eine Hohepriesterin? Na, wenn sie oben auf der Leiter sitzt… Und wie ist sie da hingekommen? Oh, sie ist die persönliche Partnerin des Hahns im Großen Ritus! Gacker…

Viel zu oft findet der Sucher hier Etikettenschwindel - wo Hohepriester draufsteht, ist oft Schweinepriester drin, und mit welcher Legitimation sich hier Titel wie Amulette (und noch eins, und noch eins!) um die Hälse gehängt werden, grenzt schon an eine hemmungslose Sammelleidenschaft einzelner. Zum Glück ist nicht die ganze europäische Heidenszene so!

gottin.jpg

Mein Mann ist Christ, und ich finde das in Ordnung. Danke, dafür brauche ich keine Selbsthilfegruppe, echt nicht, Du. Mach mir lieber noch so’n geilen Chai, Du. (Bei Robbie Williams stehe ich vor allem auf sein Tattoo: „Chacun a son gout”, jeder nach seinem Geschmack!) Wenn mein Mann und ich nun gemeinsam auf einem Mittelaltermarkt am Feuer sitzen, wird von ganz vielen Mitmenschen vorausgesetzt, wer mit mir zusammen ist, könne ja nur heidnisch ausgerichtet sein - und dann wird hergezogen über die „Fischstäbchen”, eine hier oft verwendete Bezeichnung für Christen. Autsch!

Überhaupt - Mittelaltermärkte! Hier fallen zu vorgerückter Stunde und nachgerückten Fässern vor allem die „Brüllfrösche” auf - junge Männer, die „ODIN! ODIN!” grölen, laut, ausdauernd und hingebungsvoll, die halbe Nacht lang, fast als würden sie dafür bezahlt. (Und ich wünsche mir oft, er würde ihnen erscheinen, damit dann endlich mal Ruh’ ist!)

Das Mittelalter, liebe Leut’, war christlich geprägt, und wo die Odinbrüller gelandet wären, hätten sie sich zu der von ihnen nachgespielten Zeit so benommen, muss ich, glaube ich, hier nicht näher ausführen. Interessanterweise bilden sich aber keine Gegenchöre, die „Christus! Christus!” schreien. Wär mal spannend zu beobachten… (Na, ich wette 10:1 für die Odinbrüller, die sind sicherlich zahlenmäßig überlegen!)

hexen-mit-rabe.jpg

Bedenklich finde ich, wie blind gerade Anfänger oft in heidnischen Covens oder Zirkeln dem Vortänzer oder der Hohepriesterin hinterherstolpern. Da werden endlos lange Gesänge wiederholt in einer Sprache, die außer der Zeremonienmeisterin keiner kennt, und interessanterweise fragt auch niemand öffentlich nach - „was singen wir hier eigentlich, und welche Sprache ist das?” Ich will doch gerade, wenn ich mit einer Sache anfange, wissen, um was es geht und welche Kräfte ich in den magischen Kreis rufe, schließlich kann ich nicht wie beim Telefonieren einfach auflegen, wenn sich der falsche Teilnehmer meldet!

Wenn ich dann ums Feuer tanze und etwas nachplappere, was für mich wie „Oh, Omi-Waschi-Waschi!” klingt, will ich doch vorher erklärt kriegen, ob ich jetzt Großmutters Kulturbeutel samt Handtuch auf mich herunter singe … (Und warum geht das eigentlich fast nie auf deutsch? Oma Gertrud konnte keine Fremdsprachen!) Aber Lachen ist in solchen Kreisen ja auch verboten, erst recht während so einer ernsten Angelegenheit wie einem Ritual. Hüstel. Pardon…

Und dann die Sache mit der rituellen Choreographie! Da werden vorab stundenlang Pläne gemalt, und das Ergebnis ist oft so magisch-ansprechend wie eine Kleintierzuchtvereins-Hauptversammlung, nur hübscher anzusehen, weil alle diese komischen Flattergewänder und viel Symbolschmuck tragen.

„A. kommt von Osten zum Kreis und ruft die Göttin B.” So steht’s im Skript zu lesen. Alle warten, schauen verunsichert. (Mist, A. hat ihren Text vergessen. Vielleicht steht sie aber auch mit offenem Mund da, weil ihr die Göttin B. wirklich gerade erschienen ist?) Dann: „G. schreitet zur Kreismitte und entfacht das heilige Feuer.” Hoffentlich hat sie ihr Feuerzeug dabei, sie ist doch Nichtraucherin. Danach: Alle singen sämtliche 24 Runen jeweils dreimal… rituelles Festfrieren inklusive, bis sich auch das letzte Fitzelchen echter Energie aus dem Wald verabschiedet hat - aber wenn Dein Immunsystem das nicht mitmacht, hast Du halt nicht das Zeug zum echten Asatrix oder Wiccioniker, sonst hätte Dich die gute Göttin Influenza ja geschützt.

Juhu, ich hab’s nicht, ich bin FREI… ! Ich stimme Terry Pratchett zu - die natürliche Anzahl der Teilnehmer eines Hexenkreises ist EINS.

barn-owl-landing.jpg

Ich möchte nicht wegen meiner Anschauungen ausgegrenzt werden, und auch wenn ich in keine Schublade reinpasse, heißt das nicht, dass nicht versucht wird, mich da irgendwo unterzubringen. Funktioniert nicht, Leute, echt!

Ich verlange Respekt, den ich auch anderen entgegenbringe. Ob jemand Moslem, Christ, Buddhist, Heide egal welcher Couleur, Atheist oder Hindu ist, interessiert mich zunächst überhaupt nicht. Jeder nach seiner Facon - Du nach Deiner, ich nach meiner, und dann können wir ins Gespräch kommen.

Für die Heidenkreise wünsche ich mir im Neuen Jahr vor allem mehr Gelassenheit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

Auf einer Klotür hab ich mal gelesen: Religion trennt, Spiritualität verbindet! Dem kann ich mich nur anschließen.

Comments Off

Dez 20 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Wintersonnwendfest

Abgelegt unter Allgemein

Heute ist es soweit - für mich einer der magischsten Momente des Jahreskreises, am Zeitpunkt der tiefsten Dunkelheit wird die Rückkehr des Lichts gefeiert!

Unsere Ahnen haben Sonnwendräder die Hügel hinabgerollt und Kerzen und Fackeln entzündet.

600px-julfest_wintersonnenwende_2005_-_brennendes_sonnenrad.jpg

Der Winter fängt eigentlich jetzt erst so richtig an… Frau Holle, eine meiner drei Leib-und-Magen-Göttinnen, ist auf ihrer großen, weißen Stute unterwegs - und jetzt gerade lässt sie es schneien!  Die Wilde Jagd ist unterwegs… und mir fällt eine alte Sage ein, nach der schonmal ein Hund verlorengeht dabei, ein Hund, der der Holle gehört. Die Menschen, die ihn aufnehmen und pflegen, werden dafür von der Holle reich belohnt, denn nach einem Jahr kommt sie ihren Hund wieder abholen…

Für Menschen ist jetzt die Zeit der Ruhe, der Einkehr, nicht der hektischen Aktivitäten. Davon merkt man in unserer Welt zwar wenig, aber für mich ist es so.

wolf1.jpg

Ich werde wie jedes Jahr heute abend mit meinen Hunden zum Waldrand gehen und ein symbolisches Stück Fleisch für die Hunde der Holle und die Wölfe hinlegen. Wenn sich die Angst der Menschen in vernünftigen Grenzen bewegt, können ja vielleicht auch bald wieder Wölfe bei uns leben… (Ihr merkt es schon, die Hoffnung stirbt zuletzt!)

Ich ehre Holle und Cernunnos, den Herrn der Tiere und des Waldes…

cerngold.jpg

Comments Off

Dez 20 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Wolf

Abgelegt unter Allgemein

Kaum ein Tier ist so mythenbeladen, angstbeschwert, bewundert und gehasst in Europa wie der Wolf.

Ich finde Wölfe so schön, dass ich kaum Worte dafür habe. Meine persönliche Geschichte und die von Wölfen ist wie ein keltisches Knotenmuster. Als ich 6 Jahre alt war, bekam ich von meiner Oma die Erlaubnis, im Zoo auf eigene Faust herumzustreifen - mit einer vereinbarten Uhrzeit und Ort, wo wir uns wiedertreffen würden. Ich war unpünktlich, ich kam gar nicht dazu, rechtzeitig am Treffpunkt bei den Flamingos zu sein, denn - ich saß direkt am Zaun zum Wolfsgehege und hatte einen intensiven Austausch mit einem Wolf. Er erlaubte mir sogar, ihn durchs Gitter zu streicheln, und ich bekam zur Schlafenszeit Streit mit Oma, weil ich mir die Hände nicht waschen wollte, um den Wolfsduft mit ins Bett nehmen zu können. Ich gewann und verbrachte die Nacht mit meinem Gesicht in den Händen, jede Nuance des schwächer werdenden Duftes auffangend.

blackwolf.jpg

Ich habe den Wolf im Zoo noch oft besucht, und meine Oma, die sehr verständnisvoll war, gab irgendwann auf, mir noch andere Tiere zeigen zu wollen - sie ließ mich am Wolfsgehege und holte mich kurz vor der Schließung und Rückkehr dort wieder ab.

Das hat sich nie verloren, ist nie weniger geworden. Wölfe haben mich nicht mehr losgelassen.

Sehr empfehlenswert und nicht nur bei Vollmond dazu: Der Wolfspark von Werner Freund in Merzig (Saarland)!

Warum fürchten sich viele Menschen so vor Wölfen? Warum werden sie gejagt, warum musste ich vor Jahren in den französischen Seealpen überall die auf die Felsen und jede freie Fläche gesprühten Worte der sich gegenüberstehenden Parteien lesen - “Vive les Loups!” (Die Wölfe sollen leben!), dem ich mich von Herzen anschloss, und “Abat les Loups!” (Tötet die Wölfe!). Die Schäfer und Bauern, der ewige Interessenkonflikt…

snowwolf.jpg

Sie wandern aus Polen bei uns ein. Wolfsforscher beschäftigen sich mit ihnen in den Karpaten. Und gleichzeitig gibt es in Rumänien Wolfsfarmen, in denen sie wegen ihres Fells gezüchtet und gekillt werden. Der Gedanke daran lässt alles in mir zu Eis erstarren.

Nein, es geht mir hier nicht um Glorifizierung, um eine Hommage an “das edle Wilde”. Ich liebe Wölfe, so wie ich Hunde liebe, und ich sehe die “Sippenhaft” andersrum - was man ihnen antut, tut man mir an.

blackyinsnow.jpg

Werwolf, auch so ein Thema. Ich hatte einen ganz besonderen schamanischen Lehrer in Frankreich - er kaufte einem Wanderzirkus zwei halbverhungerte, verdreckte Wolfswelpen ab, pflegte sie, liebte sie, zog sie auf und kaufte Land in den Pyrenäen, das er für eine immense Geldsumme mit einem Zaun umgab, damit sie wenigstens so eine Art Wildnis gefahrlos erleben konnten.

Er ist tot, mein Lehrer, aber ich weiß, dass seine beiden Wölfe noch leben, und ich schätze mich glücklich, sie kennengelernt haben zu dürfen. Die Woche in den Pyrenäen war ein unvergessliches Erlebnis - merci, Franck. Irgendwann werde ich es vertonen, das Lied, das daraus entstand - la sorcière et le Loup-Garou, die Hexe und der Werwolf.

Dans le soire dans la forête, je vieux les yeux de ceux qui m’aiment…

wolf.jpg

Die Göttin ist auch die Wölfin für mich. Wolfsmilk Udegan ist meine Schamanenmutter. Ich weiß, wie man im Rudel läuft. Auch, wie es sich anfühlt, zu jagen.

Ich habe ein Werwolfgedicht geschrieben, das sogar vertont worden ist sehr viel später… “Wenn die Wolfsblume blüht” (There shall be no darkness) - das Internet ist nicht sicher, daher verberge ich es hinter den Büschen, aber ich werde es neu veröffentlichen.

Wölfe - der Mensch sieht sie als Konkurrenz, als Bedrohung von Herden und Kindern, als Feind. Ich sehe sie als die Tiere, die sie sind - hochintelligent, im Rudel lebend und jagend, so wie wir und unsere Hunde, die ja dank ihrer Urform noch dicht am Wolf sind…

wolves.jpg

Ich wünsche mir Respekt - von Euch da draußen, für die Wölfe und ihre Lebensart, und für alle Menschen, die “anders” sind, als die Gesellschaft es gerade vorgibt. Es gibt nix zu fürchten. Wölfe greifen Menschen nicht an - Ihr riecht relativ unangenehm für uns… ups…

wolf6.jpg

Loup-Garou. Eigentlich mehr als Mensch und Wolf in Personalunion…

Comments Off

Dez 19 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Vorstellung Meinrad Craighead - Video…

Abgelegt unter Allgemein


Meinrad Craighead: Praying with Images Preview from Amy Kellum on Vimeo.

Comments Off

Dez 19 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Blaues Eis und Crow Mother

Abgelegt unter Allgemein

Es ist immer noch kalt - letzte Nacht waren’s -15°C. Der Schnee knirscht trocken und pappt nicht, so wie ich ihn aus Nordschweden kenne. Die Nasenschleimhäute sagen “klicks”, wenn ich Luft hole, und frieren an. Eis ist für mich nicht rein weiß, sondern blau in unterschiedlichen Farbtönen… Blau ist außerdem eine Farbe, die ich mit dem weiten Himmel, Schutz und verschiedenen Göttinnen verbinde, und mit einer tiefen, langjährigen, innigen, intensiven Beziehung zum Mond (der für mich weiblich ist, und trotzdem mag ich die neuheidnisch benutzten Worte wie “Mondin”, “Windin” und “Geistin” nicht und verwende sie deswegen auch nie).

Der Postbote brachte heute ein paar freudige Überraschungen - einen Umschlag mit schönen Hex-o-schenken von meiner liebsten Freundin (BUSSI!) und die aktuelle Ausgabe der 4 x jährlich erscheinenden Schamanenzeitschrift “Sacred Hoop” aus England. Beim ersten Kaffee am Ofen blätterte ich durch, noch nicht wach genug, die Texte zu lesen, aber schon in der Lage, die tollen Farbbilder zu genießen.

maatmoon.jpg(Bildtitel: Maat Moon)

Ich fand eine ganz besondere Künstlerin, die in Wort und Bild vorgestellt wird - die Amerikanerin Meinrad Craighead, die nach eigener Aussage im zarten Alter von 7 Jahren (gemeinsam mit und durch ihren Hund) entdeckte, dass Gott eine Frau ist!  Meinrad hat u.a. 14 Jahre als Nonne gelebt und verbindet  auf eine höchst interessante Art und  Weise indianisch inspirierte Naturspiritualität mit Katholizismus (u.a. verehrt sie die Schwarze Madonna) und einem ganz eigenen “Touch”. Aber schaut selbst, wenn Ihr Interesse habt: http://www.meinradcraighead.com/

craighead6.jpg

(Bildtitel: Feeding Crow Mother)

Beim Betrachten der Bilder, von denen mich einige sehr berühren, kamen immer wieder die Krähenmutter, Crow Mother (deren Namen ich auf Englisch lieber mag) und der Hundegott vor. Beide sind eng mit meinem eigenen Leben verwoben, Krähen und Hunde waren bei mir, seit ich meine Umwelt und mich darin bewusst wahrnehme. Als Kind ging ich abends zu einer großen, alten Eiche, die der Schlafbaum eines Krähenschwarms war, und fütterte meine schwarzgefiederten Freunde mit Küchenresten. Sehr bald schon hatten sie sich an mich gewöhnt, flogen mir auf die Schultern und Knie, wenn ich unter der Eiche saß, und meine Mutter machte mir aus schwarzem Kunstleder einen Umhang, den ich dabei tragen konnte, der abwaschbar war, denn meine Pullis waren ständig voller Vogeldreck… was mich natürlich nicht davon abbrachte, die Krähen weiter zu besuchen, mit ihnen zu sprechen und so manches nicht gegessene Pausenbrot an sie weiterzureichen.

owl_shadow.jpg

Eule war immer mein Schützer in der Nacht und ist es geblieben…

Meinrad ist inzwischen selbst eine Weise Alte geworden… und sie malt Großmütter, die nicht ungefährlich, dauerlieb, senil und freundlich sind!

craighead5.jpg

… diese Alte hier ist der “Sound of Rio Grande”… Wow!

Comments Off

Dez 18 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

WinterWandelZeit

Abgelegt unter Allgemein

Dass alles im Wandel ist, kennen wir ja zur Genüge aus den eigenen Lebensbereichen. Dass mancher Wandel schneller als erwartet kommt, auch. Der des Klimas ist derzeit in aller Munde und Medien, was ihn allerdings weder aufhält noch die Tierart „Mensch“ anders als bisher damit umgehen lässt. Es wird viel geredet und demonstriert in Kopenhagen, aber ich sehe in der Konferenz nicht mehr als eine Art Modenschau der Gschaftlhuber (nur dass die Models nicht hübsch und auch nicht dünn sind).

Es verändert sich so allerlei – unter anderem das Bild von Vampir und Werwolf in den Medien und „neuen Mythen“, die sich wandeln und anders neu zusammensetzen: Die Blutsauger sind jetzt nicht mehr zwingend die Bösen, die Werwölfe nicht mehr Opfer der zwanghaften Verwandlung bei Vollmond - und einige davon können recht nett und zivilisiert sein.

Das Bild des Bauern hat sich ebenfalls sehr gewendet – vom hart arbeitenden, gottesfürchtig und in Achtung vor der Natur und den in seinem Besitz befindlichen Lebewesen sein Tagwerk verrichtenden einfachen Mann (und/oder Frau) zum Landvergifter, Plastikplanen-Unterpflüger, Tierquäler, Massentierhalter, High-Tech-Stall-Benutzer…

 

Die Lebenszeit der Menschen hat sich verlängert, die der „Nutz“-Tiere verkürzt. Ein durchschnittliches Huhn (in der „Lege-Batterie“) wird 18 Tage alt, eine Milchkuh 2,5 Jahre. Rinder haben heute Nummern, keine Namen mehr – oder nur noch bei den viel zu wenigen Bio-Bauern… Vielfach gelten sie ja nicht mal mehr als Lebewesen, sondern als “landwirtschaftliche Produktionseinheit, Typ Rind”.

cow-snow.jpg

 

Eine Ausnahme als Bio-Großbetrieb  ist die Domäne Mechthildshausen in der Nähe von Wiesbaden-Erbenheim – über 250 Rinder gibt’s da, und alle haben „Freigang“ und große, luftige, geräumige Ställe, in denen sie sich frei bewegen können. Die Ställe sind allesamt dick eingestreut, die Tiere müssen nicht auf Beton mit Spalten zum besseren Ablauf des Urins liegen. (Habt Ihr mal versucht, auf Beton zu schlafen? Das tut jede Kuh aus konventioneller Haltung!) Auch Pferde, Schweine, Hühner, Gänse, Puten, Ziegen und Kaninchen genießen täglichen Freilauf draußen. Geht doch, Mechthild!

Den dortigen Hofladen und das Restaurant kann ich wirklich wärmstens empfehlen, nicht nur, weil Prinz Charles da schon war!  :)

shirin-in-the-snow.jpg

Verändern wir noch aktiv, oder lassen wir uns verändern?

Erlauben wir den Medien (der Industrie, den Eltern, Lehrern, Nachbarn, Freunden, Kollegen…) uns aufzudrücken, was wir glauben, denken, kaufen, benutzen sollen?

Wie schnell müssen wir uns dem „Fort-Schritt“ (von was eigentlich schreiten wir da fort, und wohin?) anpassen?

Wieviel unnötige Dinge holen wir uns heim, ohne über die Folgen nachzudenken? Erdbeeren im Dezember? Knoblauch aus China und Äpfel aus Neuseeland? Gen-Milch ohne Kennzeichnung? (Ein Müller, wer Böses dabei denkt!) Was kaufen wir, obwohl wir es mit ein bisschen Zeit selbst machen könnten? Und – welche Alternativen gibt es?

Wo sind wir zu bequem, über unser Handeln nachzudenken? Wo geht es um mich selbst auf eine natürliche Art und Weise, und wo wird der Einzelne zum Egomanen (und damit „durchsetzungsfähigen“ (hust!) Mitglied der Ich-Ich-ICH-Gesellschaft)?

Manche Veränderungen sind erschreckend. Schon Kinder gehen jetzt auf Koma-Sauf-Parties, der erste Sex mit 14 gilt als „normal“. Die Jugendlichen von heute können sich den ganzen Tag bedudeln lassen – vom Gameboy bis zum PC, Fernseher, iPod haben sie alles, was sie nicht brauchen – lernen dabei aber wohl kaum noch, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sich an der Natur und an Dingen zu freuen, die nicht ständig piepen, klicken, Bilder- und Klangfluten ins Gehirn knallen;  sich Gedanken zu machen, sich und ihre Umwelt wirklich wahrzunehmen. Wenn dann die Selbstwahrnehmung doch unerwartet zuschlägt, kann man ja auf eine Koma-Sauf-Fete gehen…

Alles wird heute “designt”, auch der eigene Körper. Schönheits-OPs sind “in”, zum Geburtstag bekommt Mutti einen neuen Busen und zu Weihnachten eine Fettabsaugung am Bauch. Vati lässt sich ein Kinn-Implantat einbauen, um ein kantigeres Profil zu zeigen. Herzlichen Glückwunsch, frohes Fest - und sparen Sie doch schon mal auf eine kürzere, geradere Nase!

Außerdem gilt: was man nicht mehr braucht, wird halt weggeschmissen. Wort des Jahres: Abwrackprämie. Fort mit der alten Kiste, auch wenn sie noch einige Jahre brav gedient hätte.

Hallo? Jemand zuhause hinter der Stirn? Ich denke an eine amerikanische Freundin – ich ging mit ihr und ihrer kleinen Nichte, die damals 4 Jahre alt war, im Wald spazieren. Die Kleine steckte sich ein Bonbon in den Mund und warf das Bonbonpapier in die Büsche. Meine Freundin holte es wieder raus und steckte es dem Kind in die Jackentasche mit dem Kommentar: „There is no AWAY to throw things to!“ (Es gibt kein „WEG“, wohin man Dinge schmeißen kann!)

Was sich leider nicht verändert, ist die Angst der Menschen vor der Veränderung. Die Furcht vor Neuem und Fremdem, vor Menschen, die anders sind – das erlebt jeder „Zugereiste“, der in ein kleines Dorf zieht, den lokalen Dialekt nur schlecht versteht und viel zu oft bis ans Lebensende, so er bleiben sollte, eben der „Zugereiste“ ist, den Stempel „nicht von hier“ unauslöschlich auf der Stirn tragend. Angst macht eng – nicht nur die Blutgefäße, auch die Gedanken.

Weihnachten oder Jul hat sich auch verändert. Es ist nicht mehr das Fest der Familie und guten Freunde, die zusammenkommen, um gemeinsam zu feiern, ob religiös oder anders motiviert, um die Wende-Zeit, die Winter-Sonnen-Wende zu begehen, nach der die Tage wieder länger werden und das Licht zurückkehrt.

In der heutigen Gesellschaft kehren nur die ungeliebten Geschenke zurück in die Umtauschabteilungen der Kaufhäuser, wie mir scheint.

Die Weihnachtszeit zeichnet sich für mich durch zwei auffällige Dinge aus – die Menschen werden immer hektischer und sattgefressener (noch eine Weihnachtsfeier im Betrieb? Oh bitte nicht schon wieder so ein fettes Gänse-Essen! Nein danke, für mich keinen Lebkuchen, ich bin doch auf Diät!), haben immer weniger Zeit, kaufen Lebensmittel und Geschenke, als wenn sämtliche Läden die nächsten drei Wochen geschlossen würden, kurz: benehmen sich wie tollwütige Hamster, von Zur-Ruhe-Kommen und Besinnlichkeit keine Spur!

Die zweite Auffälligkeit ist, dass das kollektive Erlebnisgedächtnis offenbar jedes Jahr um diese Zeit erfolgreich verdrängt hat, dass „Winter“ nicht nur als Styroporschnee in den Schaufenstern stattfindet oder da ist, wo man zum Ski und Apres-Ski hinfährt (also weit weg in den Bergen), sondern auch auf der Straße – alle Jahre wieder der Run auf die Autowerkstätten, weil die Winterreifen bis kurz vor Jahreswechsel in der Garage liegen bleiben (man hat ja so viel anderes zu tun!), und wenn sie dann montiert sind, können die Pkw-Besitzer trotzdem ganz plötzlich nicht mehr Auto fahren. Sie tasten sich im Kriechgang durch die Stadt, nachdem sie ein Guckloch in der Frontscheibe freigerubbelt haben…

Typisch deutsch scheint die Eigenschaft zu sein, dass immer gemeckert wird, über alles. In erster Linie über das Wetter, damit ist ja nie irgendwer zufrieden, dann über alles mögliche andere. In dem Dorf hier ist das ganz besonders der Fall: Wohlwollend beachtet wird nur, wer im Schweiße seines Angesichts ackert, schleppt, jätet, kehrt, kratzt, scharrt, dabei im Idealfall verdrießlich-verkniffen mit vor Anstrengung gerötetem Gesicht in die Gegend starrt und auf die Frage, wie es denn geht, kurzatmig mit soweit wie möglich nach unten gezogenen Mundwinkeln und giftigem Tonfall “muss ja! Muss ja!” keucht. Spaß haben ist hier was ganz Kurioses, und ohne Alkoholzugabe wohl nur schwer vorstellbar… 

pigs-in-the-snow.jpg

Ich wünsche mir sicherlich nicht die Vergangenheit zurück, “weil da alles besser war”, wie so mancher alte Mensch gern behauptet. Nö, war es nicht, man konnte an einem vereiterten Zahn sterben, das Leben war härter und gefährlicher als heute.  Ich würde mir allerdings ein paar Werte von damals zurückwünschen als Richtlinien für unsere Gesellschaft!

Ich schließe den heutigen Beitrag mit einer Verneigung vor Vortumnus, dem römischen Gott der Veränderung. Wikipedia sagt über ihn:

Vertumnus war der römische Gott des Wandels und der Veränderung (lat. vertere „wenden”, „drehen”). Er ist auch als Vortumnus oder Vertunnus bekannt.

Ursprünglich stammte Vertumnus aus der etruskischen Religion und hieß Voltumna aus Volsinii; sein Kult ist in Rom ab 294 v. Chr. belegt. Sein Tempel lag auf dem Aventin, Tiberüberschwemmungen brachte er dort zum Umkehren. Als Gott der Veränderung wurden auch die Jahreszeiten mit ihm in Zusammenhang gebracht, ebenso der Handel, da damit Veränderungen am Besitz/Eigentum der Ware einhergingen.

Bildnisse sind nicht eindeutig überliefert, als Gott des Wandels wurde er in verschiedenen Erscheinungen dargestellt.

Als Gatte der Pomona war er auch ein Gott der Gärten. Um seine Gattin warb er zunächst in Gestalt einer alten Frau, da er ansonsten nicht in ihren Garten gelangt wäre.

Sein Fest, die Vertumnalia, wurde vermutlich am 13. August begangen.

Guiseppe Arcimboldo hat ihn gemalt (vermutlich hat er sich auch im Modellsitzen gewandelt, daher die Vielzahl der Öbste und Feldfrüchte!):

vertumnus.jpg

 

 

 

Comments Off

Dez 04 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Arduinna, die Wildsaugöttin

Abgelegt unter Allgemein

Ab und an tut es gut, sich daran zu erinnen, dass nicht alle Ortsnamen simple, profane Beschreibungen sind - klar kann man sich unter “blödes Kaff” oder “schöne Aussicht” was vorstellen, aber…

Wusstet Ihr, dass die Ardennen nach Arduinna, der keltischen Wildsaugöttin, die dort wohnt, benannt sind? Arduinna hat gerade einen großen Platz auf meinem Altar bekommen - in Zeiten von Schweinegrippe, Hühnerhusten und demnächst vermutlich Wurmwahn sollte man sich der Gunst der Wildsaugöttin ganz besonders versichern. (Tipp: Sie mag Eicheln, Bier und Met!) Ich spreche hier natürlich keine irgendwie gearteten ärztlichen oder sonstwie medizinfrauischen Empfehlungen aus… aber mir hat die Immunisierung mit Misteltee, Wildschweingulasch und Gurken, die in Eichblattsud eingelegt sind, geholfen.

deesse-arduinna-2.jpg

Die Wildsaugöttin ist schwer zu finden heutzutage. Klar gibt es Göttinnen, die auf Wildschweinen reiten, allen voran fällt mir natürlich Freyja (heute ist ja ihr Tag) auf ihrer Reitwutz Hildiswini ein… was sie aber nicht zur Saugöttin macht. Weder die Reiterin noch das Reittier.

Arduinna scheint auf den ersten Blick verwandt zu sein mit Diana… aber eben nur auf den ersten Blick (sehen gehört nicht zu den besten Sinnesleistungen von Schweinen). Wie Diana ist sie mit Pfeilen und Bogen bewaffnet, aber da hört die Ähnlichkeit dann auch auf.

Tante Wiki (Wikipedia) sagt über sie: 


Eine Verehrung konnte im nordwestlichen Gallien und den gallo-germanischen Mischzonen im linksrheinischen Gebiet mehrfach nachgewiesen werden, nachdem sie schließlich nicht mehr nur an Naturheiligtümern, sondern nach römischem Vorbild in Form von Inschriften und bildlichen Darstellungen vorgenommen wurde. So wurde 1859 bei Rodungsarbeiten an den Abhängen der Eifel, die ursprünglich als Teil der Ardennen verstanden wurden, ein der „Ardbinna Dea“ gewidmeter Inschriftenstein unbekannter Zeitstellung gefunden (Lendersdorf, Kreis Düren, CIL 13, 07848 Verbleib unbekannt).

 

Interessant ist, dass in der Bretagne - ein Stückchen von den Ardennen entfernt - eine Wildsau mit Spinnrocken dargestellt wird, vom Morbihan bis hinüber nach Großbritannien, hier vor allem in Wales - und vor allem an Kirchen (!):

spinnersow.jpgThe Spinner Sow, so schaut sie aus.

So, und jetzt spreche ich doch noch eine Empfehlung aus - für ein Buch: “Das Schwarzmond-Tabu” von Jutta Voss. Sensiblere Gemüter sollten sich beim Lesen allerdings warm anziehen - was mit Schweinen und Frauen so alles angestellt wurde, ist nicht nur haarsträubend, sondern stellenweise albdrückend.

 

Watch this space - hier geht bald weiter die Sau ab - von den Ardennen aus in den Rest von Mittelerde!

 arduinna-266x300.jpg

 

 

 

Comments Off

Nov 28 2009

Profilbild von Luna Hedgewitch
Luna Hedgewitch

Ofen, Herd & Feuer

Abgelegt unter Allgemein

Wir leben in merkwürdigen Zeiten. Jahrzehntelang waren die Zentralheizung und ihre luxuriösere Schwester, die Fußbodenheizung, das Maß der Dinge, wenn es um Wohnraumwärme ging. Meine verstorbene Oma hatte noch einen Ofen und wurde deswegen oft bemitleidet - ach, all das Kohlenschaufeln und Schleppen, die ständige Sorge darum, dass der Ofen ausging, wenn man den ganzen Tag unterwegs war und abends das Wasser in der Schüssel für den Hund eine hauchzarte Eisschicht hatte, oder dass das Feuer außer Kontrolle geraten könnte, vor allem nachts, und man an einer Rauchvergiftung stirbt, bevor das ganze Haus abfackelt.

Ich mochte die besondere Wärme von Omas Ofen, aber ich hasste das Kohlenschleppen. Mit unserem damaligen Hund hatte ich eine stillschweigende Übereinkunft - wenn Oma der Meinung war, ich könnte mal wieder in den Keller gehen und Kohlen holen, flüsterte ich dem Hund „willst du RAUS?” ins Ohr, woraufhin er winselnd zur Wohnungstür sprang. „Äh, ich glaub’ der Hund muss!” pflegte ich noch zu rufen, bevor der Cockerspaniel und ich schon halb im Treppenhaus waren. Oma seufzte gottergeben und schleppte ihre Kohlen selbst.

kaminfeuer1.jpg

Heute kehren die Öfen zurück in die Wohnzimmer, gerade zu dieser Zeit sind die Baumärkte voll mit Ausstellungsmodellen und Angeboten. Aber es werden nicht nur Küchenherde und Öfen für Kohle und Brennholz angeboten - der „Gel-Kamin” für das chice Stadtwohnzimmerchen und den gestylten Yuppie-Bewohner, der schon alles hat, ist der letzte Schrei (genau, dazu bringt er mich, kreisch!). Tischfeuer mit Brennpaste statt der öden alten Kerzen ist „in”, und der völlig gefahr- und geruchlose Hit auf dem Computermarkt: eine DVD, auf der 60 Minuten lang nur Feuer zu sehen ist, das leise knackt und sicher nicht qualmt, damit der Neuzeit-Neanderthaler das echte Lagerfeuer-Erleben auch in die winzigste Studentenbude holen kann - und dann die Zentralheizung aufdreht, damit es ihm auch wirklich warm wird.

winterfeuer-birken.jpg

Herde und Herdfeuer waren der zentrale Punkt im Menschenleben, über Jahrtausende - und das kriegt die moderne Entwicklung vermutlich nicht einfach so ausradiert. Früher drehte sich das gesamte Leben einer Familie um den Herd, den Göttinnen und Götter, Geister und Zwerge hüteten, denen man opfern musste, um sie gut zu stimmen, um sich die brave Zahmheit des Feuers zu erhalten, auf dass es nicht ausuferte und das ganze Haus fraß. Vesta war die Herdgöttin im Alten Rom, und die Vestalinnen, ihre Priesterinnen, verpflichteten sich für 30 Jahre, das heilige Feuer zu hüten und es nie ausgehen zu lassen. Sie genossen dieselben Privilegien wie die Senatoren, und auch nach den 30 Dienstjahren sind die wenigsten zu einem „normalen” Leben einer römischen Matrone übergegangen, die meisten blieben im Tempel der Göttin und genossen weiterhin die Segnungen ihrer besonderen Stellung.

hestia-vesta.jpg

Fornax war eine besondere Göttin der Römer, welche machen sollte, dass das Getreide nicht verbrenne, wenn es, nach damaliger Weise, erst in den Öfen gedörrt werden musste, ehe es gemahlen werden konnte. Ovid. Fast. II. v. 525. Das Fest, welches ihr zu Ehren gefeiert wurde, hieß Fornacalia und war bereits vom Numa angeordnet. Plin. H. N. l. XVIII. c. 2. Es sagte solches allemal der Curio Maximus zu Rom an, weil es keinen gesetzten Tag hatte. Ovid. l. c. v. 527. Doch setzen es einige auf den 12 Kal. Martii, oder 18 Februar. Struv. Synt. A. R. c. 9. p. 430. Es pflegte der Göttin sodann ihr Opfer vor den Öfen in den Backhäusern abgestattet zu werden. Festus l. VI. p. 152.

vestac.jpg

Bei den Germanen war Frigg, Odins Frau, die Herrin über das Herdfeuer. Der erste Bissen vom Essen, das die Familie einnahm, und der erste Schluck Getränk wurde dem Herd gegeben, um für die Nahrung und Zubereitung der Speisen zu danken.

Die Inselkelten verehrten Brighid, Göttin des Feuers/der Schmiede, der Heilung und der Dichtkunst. Das Feuer von Brighid durfte genausowenig ausgehen wie das der Vesta. In späterer Zeit wurde die Göttin zur Heiligen und die Nonnen von St. Bride in Kildare versorgten das ewige Feuer. Irgendwann ging es jedoch aus und das Kloster wurde geschlossen - aber seit dem Jahr 2000 brennt es wieder, sowohl als das der keltischen Brighid als das von St. Bride/Bridget, und in ganz Europa wurden Kerzen verteilt, die mit diesem Feuer angezündet worden waren und somit dessen Geist an den heimischen Herd jedes interessierten Menschen gebracht werden konnte.

Hier die Karte “Brigid - Inspiration” aus dem Göttinnen-Orakel von Hrana Janto und Amy Marashinsky:

brigid.jpg

Wenn früher jemand umzog, war es Sitte (und ist es im Dartmoor heute noch), das letzte Feuer im alten Herd runterbrennen zu lassen und die letzten Kohlen in einem Behältnis mit ins neue Haus zu nehmen, dort alle Türen und Fenster zu öffnen und das neue Feuer mit den Resten des alten zu entfachen und die guten Geister einzuladen, mit umzuziehen. Wie immer in der Geschichte der Menschen wurde Bewährtes mitgenommen und Neues daraus entwickelt.

Heutzutage ersetzen Fernseher- und Computerbildschirm das Feuer, um das sich die Familie versammelt. Welche Götter werden denn dann hier verehrt? Mammon, Egoismus, Geltungssucht, irrsinnige Schönheitsideale und Jugendwahn, Korruption und Gewalt? Gruselig - aber man sieht ja, wo es hinführt, guckt man sich die Gesellschaft von heute an, die ich ziemlich krank finde.

Bei manchen Menschen, die freiwillig am Rand dieser Gesellschaft leben, findet man noch die Werte von „früher”. Ich kenne einen Schmied, der jeden Morgen zwei Brötchen in die Schmiede trägt - eins isst er selbst, eins bekommt das erste Feuer des Tages, ein Opfer, ein Geschenk, eine stillschweigende Übereinkunft mit dem, was wir nur selten wahrnehmen können.

Ich füttere Fornax, Frigg und die Feuergeister auch. Des Öfteren wandert ein Stück Brot, Kuchen, trockene Wacholderzweige, Salbeiblätter oder ein Keks in den Ofen und ich bedanke mich beim Feuer, dass es unser Haus wärmt, aber kontrollierbar bleibt. So soll es sein und bleiben!

Comments Off

Ältere Einträge »

Blog Hosting © 2006-2010 by Interblog.de | Powered by Wordpress | Impressum dieses Blogs